Plakataktion zur Kolonialgeschichte bestätigt richtigen Kurs von Verwaltung und Politik

Pressemitteilung
06. Januar 2026

Die Plakataktion des „Netzwerks Flensburg Postkolonial“ an der Schiffbrücke setzt aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen Flensburg ein wichtiges Zeichen und trifft einen Nerv in der Stadtgesellschaft. Sie macht sichtbar, dass die Auseinandersetzung mit Flensburgs kolonialer Vergangenheit notwendig ist und öffentlich geführt werden muss. Wir begrüßen dieses Engagement ausdrücklich.
Dass solche Impulse aus der Stadtgesellschaft aufgegriffen werden, zeigt auch ein Beschluss des Kulturausschusses vom 02.10.2025. Dort wurde beschlossen, einen internationalen künstlerischen Ideenwettbewerb zum Gedenken an die koloniale Vergangenheit Flensburgs auszuschreiben. Ziel ist es, einen offenen Diskurs über Erinnerungskultur zu ermöglichen und die Grundlage für einen Erinnerungsort im öffentlichen Raum zu schaffen. Dabei wird bewusst offen gelassen, in welcher künstlerischen Form Erinnerung sichtbar werden kann. Denkmal, Installation, Mural oder andere Ausdrucksformen sollen aus der Kreativität der Teilnehmenden entstehen und anschließend öffentlich diskutiert werden. Der Ideenwettbewerb ist am 01.01.2026 gestartet und läuft noch bis zum 31.03.2026.
Clemens Schmidt, kulturpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion hebt hervor: „Für uns als Flensburger Grüne ist dabei zentral, dass ein zukünftiger Erinnerungsort die Einbindung von Betroffenenperspektiven sowie von Stimmen aus postkolonialen Kontexten ermöglicht. Dies ist ein unverzichtbarer Baustein einer zeitgemäßen Erinnerungskultur. Ebenso wichtig ist die breite Beteiligung der Stadtgesellschaft, damit Erinnerung nicht verordnet, sondern gemeinsam ausgehandelt und getragen wird.
Gleichzeitig weisen wir darauf hin, dass für die tatsächliche Umsetzung eines Erinnerungsortes weitere finanzielle Mittel notwendig sein werden, die nicht allein von der Stadt Flensburg getragen werden können. Auch Land und Bund müssen ein Interesse daran haben, Erinnerungskultur mit Leben zu füllen und sich an der Finanzierung zu beteiligen.
Die Plakataktion am Bauzaun zeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema ist. Sie bestärkt uns darin, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Flensburg hat beschlossen, Verantwortung für seine Geschichte zu übernehmen. Jetzt gilt es, diesen Anspruch gemeinsam mit Leben zu füllen.“