Pressemitteilung
Flensburg, 04.11.2025
Zur von SPD-Mitgliedern angestoßenen Diskussion über eine autofreie Schiffbrücke begrüßt die Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (mit Volt) ausdrücklich den neuen Impuls.
Sven Gebhardt, mobilitätspolitischer Sprecher der Fraktion, erklärt:
„Langfristig wird es in einer zukunftsfähigen Stadt nicht ohne eine deutliche Reduktion des Pkw-Verkehrs in zentralen Bereichen gehen. Die Schiffbrücke ist so ein Ort: Menschen sollen dort flanieren, verweilen und das Wasser genießen – nicht Lärm und Abgase. Die entscheidende Frage ist: Wie gestalten wir diesen Wandel so, dass alle davon profitieren?
Ich sehe mit großer Sorge, wie stark Mobilitätspolitik in der Gesellschaft – gerade hier in Flensburg – polarisiert. Deshalb müssen wir den Dialog mit den Menschen suchen. Es geht nicht darum, etwas zu verbieten, sondern gemeinsam mehr Lebensqualität zu schaffen. Mit dem Bürgerrat zur Mobilitätswende haben wir bereits einen wichtigen Schritt gemacht, um genau diesen Austausch zu fördern.“
Leon Bossen, Fraktionsvorsitzender, ergänzt:
„Der Impuls der SPD-Mitglieder ist ein willkommener Denkanstoß. Wir sollten ihn als Chance verstehen, mutig und zugleich pragmatisch voranzugehen. Niemand verlangt, morgen die Straße komplett zu sperren – aber wir können ausprobieren, wie sich eine autofreie Nutzung anfühlt.
Ein guter Anlass wären etwa die Rumregatta oder das Dampfrundum: Wenn die Schiffbrücke an diesen Tagen autofrei bleibt, können wir gemeinsam beobachten, wie sich das auswirkt – ob es gut angenommen wird, wie sich die Atmosphäre verändert und wohin sich Verkehrsströme verlagern. Gleichzeitig können wir die Veranstaltungen durch den zusätzlichen Raum deutlich aufwerten und erleben, wie sich die Lebensqualität verändert, wenn Menschen die Straße selbst nutzen können – zum Verweilen, Begegnen und Feiern.
Viele Akteur*innen vor Ort wünschen sich genau solche Experimentierräume. Das ist kein Risiko, sondern eine Einladung, Stadtentwicklung praktisch zu denken – mit Mut, Offenheit und Augenmaß.“