PRESSEMITTEILUNG
Flensburg, 04. März 2026
Gemeinsame Initiative soll zur Überbrückung der Versorgungslücke bei Schwangerschaftsabbrüchen in Flensburg beitragen
Angesichts der Entwicklung, dass seit dem 1. März 2026 in den Flensburger Kliniken (Malteser und Diako) keine klinischen Schwangerschaftsabbrüche mehr durchgeführt werden – eine Entwicklung, die die drei Fraktionen weiterhin sehr kritisch sehen – braucht es aus ihrer Sicht jetzt konkrete und pragmatische Lösungen für betroffene Schwangere in der Region.
Vor diesem Hintergrund bringen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (mit Volt), SSW und das Linke Bündnis eine gemeinsame Beschlussvorlage in den Sozial- und Gesundheitsausschuss am 16. März sowie in den Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung (SUPA) am 17. März 2026 ein.
Ziel der Initiative ist es, dass die Stadtverwaltung zügig ein Verfahren zur Ausschreibung eines geeigneten Teils des städtischen Grundstücks auf dem Peelwatt-Gelände vorbereitet, um dort die Ansiedlung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) oder eines Ambulanten Operationszentrums (AOZ) zu ermöglichen. Teil des medizinischen Angebots soll dabei auch die Durchführung operativer Schwangerschaftsabbrüche sein.
Dazu erklären die Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (mit Volt), Katja Claussen und Leon Bossen:
„Seit dem 1. März gibt es in Flensburg keine klinischen Schwangerschaftsabbrüche mehr. Diese Versorgungslücke ist für uns nicht hinnehmbar. Frauen müssen auch in unserer Region einen verlässlichen Zugang zu dieser medizinischen Leistung haben.
Die Grundsatzdebatten über Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten müssen geführt werden – sie lösen aber kein einziges konkretes Problem für die Frauen, die jetzt medizinische Hilfe brauchen. Was hilft, sind praktische Lösungen. Genau die bringen wir jetzt auf den Weg.
Deshalb wollen wir den städtischen Grundstücksanteil am Peelwatt aktiv nutzen und zügig den Weg für ein MVZ oder AOZ eröffnen, in dem operative Schwangerschaftsabbrüche selbstverständlich Teil des medizinischen Angebots sind. Unsere Flensburger Landtagsabgeordnete Catharina Nies hat im Landtag darauf hingewiesen, dass auch kommunale Handlungsmöglichkeiten Teil der Lösung sein können – genau diesen Ansatz greifen wir jetzt auf.“
Der Fraktionsvorsitzende des SSW, Mats Rosenbaum, erklärt:
„Die medizinische Versorgung von Frauen darf nicht von der weltanschaulichen Ausrichtung eines Krankenhausträgers abhängen. Indem wir auf dem städtischen Grundstück am Peelwatt die Einrichtung eines MVZ oder eines Ambulanten Operationszentrums auf den Weg bringen, übernehmen wir als Ratsfraktionen Verantwortung und korrigieren Versäumnisse der Vergangenheit.
Vom Land hätten wir uns an dieser Stelle mehr Unterstützung gewünscht. Solange diese jedoch ausbleibt, handeln wir als Kommune selbst.
Unser Ziel ist eine verlässliche, professionelle und ideologiefreie Versorgung für die Frauen in unserer Stadt und der Region. Jetzt kommt es darauf an, das Verfahren zügig und transparent umzusetzen, damit am Peelwatt schnellstmöglich eine tragfähige Lösung realisiert werden kann.“
Der Fraktionsvorsitzende des Linken Bündnisses, Tjark Naujoks, erklärt:
„Endlich gibt es einen pragmatischen Ansatz, um die Versorgungslücke bei Schwangerschaftsabbrüchen zu schließen. Wir werden die Ausschreibung und Planung eines MVZ beziehungsweise AOZ konstruktiv begleiten und unterstützen. Unser Dank gilt allen, die in den vergangenen Wochen den notwendigen politischen und gesellschaftlichen Druck aufgebaut haben – insbesondere der Fem.Aktion Flensburg.“